Häufige Fragen

Was ist Achtsamkeit?

“Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen. Diese Art der Aufmerksamkeit steigert das Gewahrsein und fördert die Klarheit sowie die Fähigkeit, die Realität des gegenwärtigen Augenblicks zu akzeptieren.
Sie macht uns die Tatsache bewusst, dass unser Leben aus einer Folge von Augenblicken besteht. Wenn wir in vielen dieser Augenblicke nicht völlig gegenwärtig sind, so übersehen wir nicht nur das, was in unserem Leben am wertvollsten ist, sondern wir erkennen auch nicht den Reichtum und die Tiefe unserer Möglichkeiten zu wachsen und uns zu verändern …” (Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn, 1998).

Entscheidend ist die Bewusstheit über den Prozess des Beobachtens selbst. Das Beobachten erfolgt aus einer bestimmten Haltung heraus. Diese Haltung ist

  • offen und unvoreingenommen,
  • weder wertend noch urteilend,
  • sondern akzeptierend und wohlwollend,
  • die Welt mit den Augen eines Kindes erkundend (Anfängergeist).

Inwiefern können achtsamkeitsbasierte Methoden einen therapeutischen Nutzen haben?

Achtsamkeitsbasierte Methoden können bei verschiedenen psychischen und physischen Störungen therapeutisch hilfreich sein. Achtsamkeitstraining führt unter anderem zu Stressabbau, Entspannung, Fokus und Konzentration und fördert die persönliche Ausgeglichenheit im beruflichen, schulischen und privaten Alltag. Ebenso wird dadurch unser Verhalten gegenüber uns selbst und unseren Mitmenschen positiv beeinflusst.

“Das Training von Acht­samkeit ist eine einfache und zugle­ich hochwirk­same Meth­ode, uns wieder in den Fluss des Lebens zu inte­gri­eren und mit unserer Weisheit und Vital­ität in Berührung zu brin­gen” (Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn, 1998).

Gelangen Sie hier zu einem Auszug von Studien zum therapeutischen Nutzen von achtsamkeitsbasierten Methoden bei verschiedenen Ziel- und Problemgruppen. Unter achtsam leben finden Sie weitere wissenschaftliche Informationen zur Anwendung und Forschung.

Was ist wichtig, damit ich von den achtsamkeitsbasierten Angeboten profitieren kann?

Gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung ist Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Wichtig ist die Bereitschaft, ein Thema gemeinsam anzugehen.

Muss ich Yoga-Übende/r oder spirituell interessiert sein, damit ich von den achtsamkeitsbasierten Angeboten profitieren kann?

Die Glaubensrichtung, welcher Sie angehören (bzw. nicht angehören), spielt keine Rolle. Es geht alleine darum, was Sie während der Beratung und des Übens für sich entdecken können. Im Yoga steht der achtsame Umgang mit Körper, Atmung, Gedanken und Emotionen im Vordergrund. Flexibilität und Kraft wird nicht vorausgesetzt, damit Yoga geübt werden kann. Flexibilität und Kraft ist vielmehr ein Nebenprodukt einer regelmässigen Yoga-Praxis. Unabhängig von der Weltanschauung führen achtsame Körper-, Atem-, Visualisierungs- und Meditationsübungen zu mehr Einsicht und verbesserter Selbststeuerung. Dadurch kann z. B. Stress besser reguliert werden, Lebensqualität und Lebenszufriedenheit können (wieder) hergestellt und verbessert werden.

Bei welchen Bedürfnissen, Fragen, Problemen sind die achtsamkeitsbasierten Angebote hilfreich?

Die achtsamkeitsbasierten Angebote sind bei folgenden Beschwerden und Problemen hilfreich:

  • Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe, Konzentrationsprobleme, Anspannung
  • Stress und Stressfolgeerkrankungen (z. B. Burnout)
  • depressiven Symptome
  • Angst- und Panikattacken
  • psychosomatischen Beschwerden
  • chronischen Schmerzen
  • Beziehungsproblemen
  • Entscheidungsschwierigkeiten
  • Krisen, Sinnfragen etc.

Psychische Leiden wie beispielsweise schwere Depressionen, bipolare Störungen, akute Psychosen sollen zunächst von einem Facharzt für Psychiatrie behandelt werden. Bei Suizidgedanken ist dies von besonderer Wichtigkeit.